Offiziell fliegen dürfen Ungarns letzte Mi-24P im Dienst nicht mehr – die Ära der magyarischen Hinds endete am 4. Februar 2024 mit dem letzten Einsatzflug der einst für die NVA gebauten Maschine mit der Kennung 334.
Tags darauf, am 5. Februar, erlosch die Betriebsgenehmigung der Mi-24P auch formell. Damit war die Dienstzeit der legendären "fliegenden Panzer" bei den ungarischen Streitkräften nach 48 Jahren beendet. Ähnliches galt für die kaum weniger berühmte Mi-17. Der sowjetische Mehrzweck- und Transporthubschrauber ging in Ungarn nur wenige Monate nach seinem kampfstarken Bruder in Pension.
Trotz dieses Umstands schafften es am 17. Juni je eine Mi-24P und eine Mi-17 noch ein allerletztes Mal gemeinsam in die Luft – wenngleich mit drei Wochen Verspätung.
Bei der 86. Hubschrauberbrigade in Szolnok hatte man nämlich gehofft, bereits zum Familientag am 29. Mai mit einem Mi-Abschiedsflug zu glänzen – womit die ideale Bühne bereitet gewesen wäre, den beiden altgedienten Helikoptermustern auch vor der Öffentlichkeit einen gebührenden Abschied zu bescheren.
Sondererlaubnis mit Verspätung
Am Boden hatten die Angehörigen der einzigen noch aktiven ungarischen Hubschrauberbasis zum Familientag je eine Mi-24P und eine Mi-17 ausgestellt, die die Besucher vor Ort aus nächster Nähe, von innen und außen, inspizieren und bestaunen konnten.
Der Abschiedsflug beider Helikopter konnte am 29. Mai jedoch nicht stattfinden – mussten die Verantwortlichen dafür doch eine Sondergenehmigung beantragen, und der Antrag wurde, so hört man aus Ungarn, zunächst negativ beschieden.
Schlussendlich aber hatte die Bürokratie in Budapest doch ein Einsehen, und die Piloten der fürs Abstellgleis bestimmten Sowjet-Drehflügler durften ihre langjährigen Einsatzmuster in Szolnok symbolisch in die Rente fliegen – nur eben erst am 17. Juni.
Als Trostpflaster für die verspätete Genehmigung brachte die Hubschrauberbrigade sogar zwei Mi-24P in die Luft: die 334 und die Schwestermaschine 332. Flankiert wurden die beiden Hinds von der letzten aktiven Mi-17 Ungarns, Kennzeichen 702.
Als die drei sowjetischen Drehflügler-Legenden nach der Landung schließlich auf dem Vorfeld in Szolnok ihre Triebwerke abstellten, ging für die ungarischen Streitkräfte eine rund fünf Jahrzehnte währende Ära ein für allemal – und doch noch einigermaßen standesgemäß – zu Ende.
Ungarns "Phönix" verlässt die Bühne
Die ersten Mi-24 hatten die Ungarn 1978 aus der UdSSR erhalten. Von den damals gelieferten Mi-24D stand allerdings schon lange keine mehr im Einsatz. Zuletzt galten noch acht Mi-24P als mehr oder weniger flugbereit – allesamt aus NVA-Beständen stammend und erkennbar an der doppelläufigen 30-Milimeter-Kanone auf der rechten Bugseite anstelle des Maschinengewehrs unterm Kinn.
Bereits 2016 schien das Aus für die ungarischen Hinds besiegelt, war zu diesem Zeitpunkt doch die gesamte Flotte aus technischen und finanziellen Gründen an den Boden gefesselt. Erst mit Beginn eines großen Überholungsprogramms 2018, in dessen Zuge acht Mi-24P per Lufttransport durch die russische Luftwaffe zum 419. Flugzeugreparaturwerk nach Sankt Petersburg geflogen und dort für mindestens sieben weitere Dienstjahre fit gemacht wurden, feierten die Kampfhubschrauber ihre Wiederauferstehung.
Die Hind-Einheit in Szolnok trug fortan stolz den Beinamen "Phönix".

Wenige Tage vor dem letzten Einsatzflug gab sich die Mi-24P am Himmel vor den Linsen der FLUG REVUE-Fotografen die Ehre.
Letztes Treffen in der Luft
Fliegend in Erscheinung trat im laufenden Jahr hauptsächlich die Mi-24P 334, die einst in der DDR mit der Kennziffer 415 diente – gebaut 1989 als Ersatz für eine MI-24D mit derselben Kennung, die 1984 bei Steinheid in Thüringen abgestürzt war.
Auch für die FLUG REVUE setzte sich die 334 Ende Januar 2026, kurz vor ihrer Ausmusterung, noch einmal fliegend in Pose. Ein Erlebnis, das sicher keiner, der dabei war, so schnell vergessen wird.





